Inszenierung von
August Schmid und Eugen Aberer

August Schmid und Eugen Aberer

August Schmid und Eugen Aberer

1930

1930
1930: Premiere am 6. Juli; 10 Aufführungen (Juli-September)

Künstlerische Leitung: August Schmid Regie: Eugen Aberer Dekorationen: Isler, Theatermaler, Zürich Ensemble: Spielleute aus Uri

DER TELL IN LIED UND SPIEL
Mit den Tellentaten hat sich die Dichtung schon mi 15. Jahrhundertbeschäftigt. Das „alte Tellenlied", um 1470 entstanden, zählte allerdingsnur wenige Strophen, wurde 1477 in das Lied „Vom Ursprung der Eidgenosschaft"aufgenommen und in der Luzerner Chronik des Melchior Russ erwähnt. Vom UrnerLandschreiber Hieronymus Muheim erweitert, ist das Tellenlied, 1613 gedruckt,als „Wilhelm bin ich der Telle" gesungen, bis 1850 von der Musik an derUrner Landesgemeinde gespielt und vielfach als Kriegs- und Trutzlied verwendetworden.

Aus dem Liede kam Tell auf die Bühne. Das älteste Telldramaist das 1511 entstandene „Urner Tellenspiel", „ein hüpsch Spyl, gehaltenzu Ury in der Eidgenossschaft, vom Wilhelm Thellen, ihrem Landsmann und erstenEydgenossen". Aus fünf Teilen bestehend, beginnt es mit der Gründung Roms,kommt durch die Völkerwanderung und das Mittelalter zum dramatischenHauptstück, zur Tellentat, und schließt mit dem Zuge der Eidgenossen nachMailand 1511 und einigen Ermahnungen. Tell erscheint hier als Gründer desBundes. In Altdorf wurde es 1512 mit grossem Erfolg gespielt. Später von JakobRuef neu bearbeitet, wurde das Tellenspiel auf Neujahr 1545 in Zürich aufgeführt.Das Ruef'sche „hüpsch und lustig Spyl" hat sich aber nicht lange erhalten,während das alte Urner Tellenspiel immer wieder neue Auflagen erlebte undöfters gespielt wurde, so 1595 in Arth, 1668 wieder in Altdorf, 1672 in Zug.  

Aber erst der glänzende Chronist Aegidius Tschudi(1505/1572) gab dem Stoffe über Tell und die Befreiung der Waldstätte jeneFassung und Form, die die Grundlage für alle späteren populären Darstellungenbildete. Goethe kannte Tschudis und Johannes v. Müllers Werke, wie auch die Örtlichkeitaus eigener Anschaung, und er war es, der für diesen herrlichen Dramenstoffkeinen Geringeren als den großen Friedrich Schiller begeisterte, der in derFolge mit so hohem Schwunge Land und Volk der Urschweiz, Tell und die Befreiungdes Landes so wahr, warm und lebendig in seinem „Wilhelm Tell" schilderte.Als bescheidenes Zeichen des Dankes zeigt der Mythenstein im Urnersee dieInschrift: „Dem Sänger Tells —Friedrich Schiller —die Urkantone".

 

DIE HEUTIGEN TELLSPIELE
Als dann Ende des 19. Jahrhunderts im Schweizerlande einreger Wetteifer für Tellaufführungen einsetzte, war es begreiflich, dass auchAltdorf, mächtig angeregt durch die 1895 erfolgte, eindrucksvolle Enthüllungdes Kissling'schen Telldenkmals in Altdorf, sich mit dem Plane periodischerDarstellungen von Schillers „Tell" befasste. Altdorf, an der Stätte, wosich die bedeutungsvollen Ereignisse einer bewegten Vergangenheit abgespielt,auf dem Boden, dem die urwüchsigen Gestalten der Dichtung entsprossen, hat vonjeher der Musik und der dramafischen Kunst großes Interesse entgegengebracht.Und so entstanden 1898 die Altdorfer Tellspiele. Von 1899 bis 1913 haben imhölzernen Spielhause 91 Aufführungen stattgefunden, die, von über 100 000Zuschauern besucht, in der gesamten Presse des In- und Auslandes höchstanerkennende Würdigung gefunden. Nach der Kriegszeit erwachte neues Leben. Dasalte Haus ersetzte man durch ein massives Gebäude, das 1000 bequeme Sitzplätzeund die vorzüglichsten Einrichtungen für Bühne und Zuschauerraum besitzt. Die1925 wieder aufgenommenen und bis und mit 1927 durchgeführten Spiele haben denalten, bewährten Ruf dieser patriotischen Veranstaltungen neuerdings bestätigt.Denn in Altdorf steckt die Lust zum Spiele und die Begeisterung für Schillers„Tell" in Herz und Blut; jeder Spieler gibt uneigennützig sein Bestes. Undso ist jetzt wieder alles für die neue Spielfolge (Juli, August, September) involler Tätigkeit. Als künstlerischer Leiter konnte der bestbekannte Kunstmalerund spielerfahrene August Schmid von Diessenhofen gewonnen werden, der imVereine mit dem Regisseur Eugen Aberer aus Zürich eifrig bestrebt sein wird,unsere Aufführungen als bodenständiges Volksschauspiel zu heben und zubefestigen und durch neue Inszenierung und Kostümierung zu beleben. So mögendiesen Sommer wieder alt und jung in hellen Scharen nach Altdorf pilgern undsich an der schwungvollen Sprache Schillers und an der Kraft und dem Mute alterHelden erwärmen und erfreuen, auf dass des prophetischen Sängers ernste Mahnungsich erfülle:

Rollenträger

Fritz Iten-Hefti und  Walter Huber-Teuscher – Hermann Gessler, Alois Müller-Muther – Freiherr von Attinghausen, Friedrich Renggli – Ulrich von Rudenz, Josef Baumann – Werner Stauffacher, Alfred Schön-Walker  – Ital Reding, Gottlieb Aschwanden-Nabholz –Jörg im Hofe, Josef Imholz-Zgraggen und Eduard von Matt-Schuler – Walter Fürst, Josef Huber-Adam – Wilhelm Tell, Andreas Huber-Muther – Rösselmann, Josef Staub-Enzmann – Peterman der Siegrist, Karl Gisler-Gisler – Kuoni, der Hirt, Eduard von Matt-Schuler und Josef Aschwanden-Aschwanden - Fischer, Otto Diethelm-Bossi – Arnold vonMelchtal, Josef Inglin-Knüssel – Konrad Baumgarten, Otto Walker-Kesselbach –Winkelried, Gottlieb Aschwanden-Nabholz – Meier von Sarnen, Karl Walker-Felber  - Klaus von der Flüe, Josef Inglin-Knüssel –Arnold von Sewa, Gustav Nell-Imhof – Burkard am Bühel, Karl Gisler-Canonica –Jenny, Fischerknabe, Franz Stadler-Stadler – Seppi, Hirtenknabe, Leonie Baumann – Gertrud Stauffacher, Martha Arnold-Bucher – Hedwig, Agnes Püntener – Berthavon Bruneck, Finy Bucher – Armgard, Louise -Gisler- Huber – Mechthild, Frau Imholz-Schnyder – Elsbeth, Josefine Nell-Imhof – Hildegard, Leo Huber – WalterTell, Hans Jakob von Matt – Willy Tell, Walter Brosi und Andreas Huber – Friesshart, Anton Moll – Leuthold, Anton Huber-Zberg - Harras, Gottlieb Aschwanden-Nabholz  –  der Flurschütze Stüssi, Franz Arnold-Burkard – Stier von Uri, Josef Furger-Frei –Steinmetz, Siegfried Huber-Scheuermeier  – Ausrufer, Josef Furger-Frei  – 1. Landerberg Reiter, Josef Gisler-Lussmann – Wanderer, Siegfried Huber – Werni, Josef Gisler-Rosenkranz – Der alte Mann, Franz Furger-Frei – 1. Geselle, Johann Dittli-Loretz – 2. Geselle,

 

Frauen

Hermina Blättler, Rosa Frehner-Berther, Rosa Gisler-Imhof, BerthaGisler-Sauter, Anna Hediger-Bruder, Martha Marent-Furrer, Marie Miesch-Zgraggen, Maria Muheim-Stutz, Cäcilia Zotz-Russi, Louise Kälin-Birchler, Margrit Lüönd-Bucher, Helen Schmid,

 

Männer

Thobias Albert-Betschart, Alois Arnold-Engelberg, Ferdinand Baumann, Josef Baumann-Muheim, Kaspar Baumann-Arnold, Adolf sen.  Lafranchi, Josef Mathis, Martin Mattli, FranzMuheim-Moser, Josef Planzer-Ziegler, Albert Scheuermeier, Albert sen Stampfli-Baumann, Franz Staub, Karl Tresch, Johann Tresch-Dittli, Josef sen. Walker-Planzer, Franz Welti, Heinrich Wipfli-Zgraggen, Franz Ziegler, Lorenz jun. Zwyer-Gamma, Karl Blättler, Karl Christen, Edwin Denier-Lotetz, Karl Dubacher-Kohler, Josef Furger-Ziegler, Andreas jun. Gasser-Fuchs, Josef Gisler-Imholz, Josef Gnos-Aschwanden, Julius Gnos, Franz Kieliger-Lussmann, Ernst Küng, Josef Arnold, Werner Baumann, Fritz Berchtold, Ernst Berther-Dittli, Albert Bollschweiler, Eduard Bünter, Clemens Dahinden, Heinrich Danioth, Robert Durrer, Josef Furger-Diethelm, Martin Gamma-Schellmann, Giovanni Ottario, Emil Gisler, KarlGisler-Schmid, Caspar Huber-Müller, Rudolf Huber-Gisler, Willy Huber-Jann, Josef Huber-Baumann, Jakob Hutter-Egli, Josef Jauch-Inglin, Martin sen. Kälin-Birchler , Martin Meier, Hans Melliger-Knobel, Hans Münsch-Hagenbüchli, Max Oechslin, Johann Ott, Gustav Schmid, Johann Schönenberger, Josef jun. Staub, Paul Walker-Schmid,

 

 

Brüälibuäbä

Karl Denier, Albert Denier-Philipp,

Daniel Dittli-Geisser, Josef jun. Gnos-Zwyssig, Franz Gnos-Peyer, Ernst Schillig, Karl Schönenberger, Walter Dahinden, Arthur Steiert, Hans Aschwanden, Louis Kälin, Karl Bunschi, Albert Bühlmann, Franz Dittli, Martin Dittli, Michael Frei, Werner Gisler, Robert Odermatt, Johann Ronchetti, Ernst Schmid, Leo Schönenberger, Josef Schönenberger, Alois Stadler, Karl Stadler, Anton Stadler, Adi Aderich Stampfli, Josef Waser,

 

Brüälimeitli

Olga Baumann, Regina Dittli, Cäcilia Schönenberger, Frieda Simmen-Furger, Julia Burkard, Hedwig Dittli, Marguerite Dittli, Trudy Dahinden, Hilda Gisler, Josefine Wallimann-Grepper, Margeritha Huonder, Marie Louise Huonder, Josefine Lafranchi, Maria Planzer, Erna Miesch, Agnes Welti, Lina Waser,

eister

InszenierungenRegieHauptrollen